Mittwoch, 6. September 2017

Kinder "LARP"

Da wir erst vor Kurzem umgezogen sind, ist die Umgebung für uns alle noch neu. Also dachten mein Mann und ich, wir könnten die Erkundung unseres neuen Wohnorts mit einer Art "LARP" verbinden. Darum haben wir uns Quests ausgedacht. Die Kinder haben sie in Form von Schriftrollen mit Wachssiegel Sonntags morgens auf dem Tisch gefunden und waren ganz aus dem Häuschen. Jeden Sonntag eine neue Rolle, eine neue Aufgabe für die kleinen Abenteurer. Wir waren beim ersten Mal im Wald und haben für den König gegen Goblins und einen Geist gekämpft. Der Kleine war erst etwas verwirrt, als wir sagten, dass Goblins uns angreifen. Er sah sich um und fragte, wo die denn wären. Er sähe nichts, während der Große wild mit seinem Spielzeugschwert in die Luft hieb. Ich habe sie als Magierin unterstützt und mein Mann hatte die Spielleitung inne. Er sagte, was passiert, stellte Rätselfragen und ließ unauffällig Papieredelsteine und Schokotaler auf den Boden fallen. Bei den Quests haben wir uns Anregungen bei den lokalen Legenden und Sagen geholt und uns ein Wenig bei der Götterwelt und der Magie von DSA bedient. Wir haben Kräuter gesammelt, "heiliges Wasser" aus einer Wasserpumpe im Ort gezapft, waren in der Taverne (also im Wohnzimmer mit Musik vom Handy) und haben Karten gespielt und Fassbrause aus Tonbechern getrunken. Wir haben beim Kniffeln Phex um beistand gebeten (meinem Großen scheint er sehr gewogen zu sein) und beim Ausflug in den Wald einen Brückentroll mittels eines magischen Artefakts zum Tanzen gebracht und ganz nebenbei noch etwas über Bäume gelernt. Meine Kinder fahren nun nicht mehr mit dem Fahrrad. Der Kleine reitet auf seinem Wolf "Wolfi" zum Kindergarten und der Große hatte erst einen Reitdrachen, aber ist nun auf einen Bären umgestiegen. Und ich reite nach Meinung meiner Kinder auf einem Einhorn zum Einkaufen, aber ich sage, es ist ein Apfelschimmel und heißt "Binky".

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